Überraschungsanlass 2014

Festung „Sasso da Pigna" auf dem Gotthard

Alle zwei Jahren unternehmen der Dorfverein Aawangen-Häuslenen zusammen mit der Elektra-Korporation eine Reise. Letzten Samstag war es dann wieder mal soweit. Am Morgen früh um halb sieben trafen sich 46 Einwohner aus Häuslenen und Aawangen beim Restaurant Presse zu einem erlebnisreichen Ausflug. Der Heini Car mit dem Chauffeur Jürg Schellenbaum stand pünktlich bereit. Wir fuhren zügig ab Richtung Autobahn, denn wir mussten nach Programm zur abgemachten Zeit auf der Passhöhe des Gotthard-Passes sein.Reisecvar Das Wetter liess anfänglich noch etwas zu wünschen übrig, als wir Richtung Göschenen und Andermatt fuhren hingen die Nebelwolken weit herunter. Auf der Passhöhe getraute sich dann die Sonne bei unserer Ankunft etwas zaghaft durch die Nebelobergrenze durchzublicken. Auf den Höhepunkt des Tages, die Besichtigung der Festung „Sasso da Pigna" auf dem Gotthard, die während des 2. Weltkrieges eine grosse Bedeutung hatte, freuten sich alle. Wir wurden zuerst von einem Mitarbeiter durch einen längeren etwas engen Stollen geführt und fuhren dann mit einem Stollen-Bähnli hinauf zur eigentlichen Festung. Die Kanonen der Festung «Sasso da Pigna» waren nach Süden ausgerichtet und sind von der Passstrasse aus unsichtbar. Sie konnten die Zugangswege, die von der Leventina und über den San Giacomo Pass zum Gotthard führten sperren. Vor allem der San Giacomo Pass, ein ursprünglich wenig bedeutsamer Übergang vom Bedrettotal ins italienische Val Formazza, war bereits in den zwanziger Jahren ein Trauma der Armeeführung. Was war die Ursache? VortragAngeblich zur touristischen Erschliessung bauten italienische Truppen eine leistungsfähige Strasse auf den bis anhin nur zu Fuss begehbaren San Giacomo Pass, die auf der Passhöhe endet. Von hier beträgt die Distanz nach Airolo nur gerade noch 13 Kilometer. Für die italienische Artillerie unter Mussolini wäre es ein leichtes gewesen, von dort das Südportal des Gotthardtunnels sowie die Passstrasse unter Beschuss zu nehmen, was für unsere Armee eine Verteidigung des Gotthard verunmöglicht hätte. Deshalb wurde die Festung auf dem Gotthard schon vor dem 2. Weltkrieg ausgebaut. Was aber heute für unsere Landesverteidigung jedoch bedeutungslos geworden ist. Wir besichtigten unter anderem eine der 15 cm Festungskanonen, mit denen man das 13 km entfernte, strategisch problematische Gebiet in Italien, ohne Probleme unter Beschuss nehmen konnte. Auch die Unterkünfte der Kanoniere und die ganze Infrastruktur der Festung mit Küche und Aufenthaltsräumen für die Mannschaft konnte man besichtigen. Was vor einigen Jahren noch streng geheim war, ist heute für jedermann frei zugänglich. Der Besitzer ist eine Stiftung mit dem Namen „Sasso sal Gottardo“, die das ganze finanziell unterhält und deshalb auf Besucher und Unterstützung angewiesen ist. Nach dem Mittagessen im Restaurant auf dem Gotthardpass, kamen wir dann etwas in Zeitnot, denn wir mussten um 14.00 Uhr in Flüelen das Schiff besteigen Mit einem Raddampfer fuhren wir dann nach Luzern. Wir hatten uns dort im 1.Klass Restaurant bei Kaffee und Kuchen verköstigt. Einige technisch interessierte bestaunten auf dem Schiff auch die grosse nostalgische en GueteDampfmaschine mit der riesigen Kurbelwelle und den drei Kolben, die wuchtig stampften und vom Deck aus bestaunen werden konnten. Gebaut von der Maschinen-Fabrik der Gebrüder Sulzer aus Winterthur im Jahre 1929, die heute immer noch im Betrieb ist. In Luzern trafen wir dann wieder auf den Heini-Car mit dem Chauffeur Jürg Schellenbaum, der uns pünktlich, zuverlässig und sicher nach Hause führte.
Heinz Büchi

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